Burkina Faso

Das Staatsgebiet von Burkina Faso (ehemaliges Obervolta) erstreckt sich über eine Fläche von etwa 274000 qkm. Die geschätzt etwa 10 Mio. Einwohner umfassen etwa 60 verschiedene ethnische Gruppen, von denen die Mossi im Zentrum des Landes zahlenmäßig am stärksten vertreten sind und knapp 50% der Einwohner des Landes ausmachen. Eine andere wichtige Bevölkerungsgruppe stellen die Bobo (etwa 8%) dar. Mit ca. 35 Einwohner/qkm ist Burkina eines der dichtest besiedelten Länder Westafrikas, mit einer jährlichen Zuwachsrate von 3,1%. Offizielle Sprache in Burkina ist Französisch, gleichzeitig auch die einzige, in Schulen unterrichtete Sprache. die am weitest verbreiteten Umgangssprachen sind das Moré (Sprache der Mossi, das mit Bobo, Lobi und Senufo zu den Gursprachen zusammengefaßt wird), das Dioula (Sprache der Kaufleute) und das Fulfulbe (Sprache der Fulbe/Peulh). Außerdem werden im Süden verschiedene Mande-Dialekte gDer "petite marchet" in Bobo Dionlassoesprochen. Etwa 70% der Bevölkerung sind Anhänger von tradionellen afrikanischen Religionen und nur etwa 25% Moslems und ca. 5% Christen.

Seit der Unabhängigkeitserklärung am 5. August 1960 wechselten sich Militärregierungen und Zivilregierungen ab. Heutige Staats- und Regierungsform ist die Präsidiale Republik. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt ca. 330 US $. Somit gehört Burkina zu den 10 ärmsten Ländern der Welt. Wer mehr über Burkina Faso erfahren möche, sei auf den sehr guten, weil detailierten und umfassenden Reiseführer: "West Afrika Sahel, Band 1, Reise KNOW-HOW-Verlag (ISBN 3-89662-001-0) oder direkt auf die Homepage von Burkina Faso verwiesen.

Burkina Faso, ein Land also etwa so gross wie Deutschland, zählt zu den zehn ärmsten Ländern der ganzen Welt. Eingerahmt von Mali, der Elfenbeinküste, Ghana, Togo, Benin und Niger ist es auch heute noch kein Ziel für reiselustige Touristen geworden. Wenn man durch die Straßen von Bobo Dioulasso, der zweitgrößten Stadt in Burkina Faso mit etwa 500000 Einwohnern (!) schlendert, so wird man kaum "weisse Europäer" zu Gesicht bekommen. Die wenigen, die man sieht, sind zumeist als Entwicklungshelfer in den zur Zeit immer weniger werdenden Entwicklungshilfeprojekten beschäftigt. Dass viele Projekte eingestellt werden oder deren Finanzierung allmählich ausläuft und nicht verlängert wird, liegt an der unglaublich grossen Koruption die dort herrscht.

Nun ist Koruption ja wirklich nichts exotisches, aber gerade für ein so armes Land, und besonders für die so arme Bevölkerung, völlig fatal. Und so können z.B. für die Gewinnung von sauberem Trinkwasser in der Trockenzeit so lebensnotwendige Brunnen nicht gebaut werden; Hygienische Maßnahmen, wie z.B. die Erneuerung bzw. überhaupt ersteinmal das Anlegen eines Kanalsystems für Abwasser und Fäkalien sind nicht durchführbar und so breiten sich Krankheiten immer stärker und weiter aus.

Dennoch ist Bobo Dioulasso auch heute noch eine Musikerhochburg in Westafrika. Zwar wird bei weitem nicht mehr so häufig wie früher in den Cabaret`s Livemusik dargeboten. Aber das Können der Musiker ist enorm hoch. Eine 1998 von einem Franzosen eröffnete Live-Musik-Kneipe - das Bambou - bringt jeden Abend Live-Musik der regional ansässigen und zumeist auch noch traditionelle Musik spielende Gruppen zum besten. Und ich sage Euch: da könnt Ihr wahrlich etwas zu sehen und hören bekommen. Der Eintritt beträgt zur Zeit 500 CFA, also etwa 1,70- DM und ist die gesamte Gage, die die Band bekommt. Das Bambou sollte sich niemand entgehen lassen, der in Bobo ist.

Über Bobo Dioulasso, die Burkina Bé, das Leben und Leiden in diesem Land könnte ich so vieles berichten. Ich werde an dieser Stelle immer wieder Neues erzählen, neue Bilder zeigen und weitere Details anbringen. Für mich war mein erster Besuch in Bobo ein Wechselbad der Gefühle. Konfrontiert mit dieser unglaublichen Armut, dem Schmutz, der Hitze, aber auch mit der scheinbaren Unbeschwertheit des Lebens, der unendlichen Zeit die einem zur Verfügung steht, und der wahnsinnigen Freude und Lust mit der die Burkina Bé feiern, wenn es etwas zu feiern gibt, hat mich angerührt und bereichert. Und wer den Zauber kennt, den läßt er so oder so nicht mehr los !